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Philosophisches Lesen > Kant

Immanuel Kant (1724-1804)

Wissenschaft

Die Wissenschaft als Ganzes ist das Unternehmen, Physik und Kosmologie genauso wie Geologie und Anthropologie, Mathematik wie Metaphysik, mit dem Schwerpunkt: physische Geographie als Synthese mannigfaltiger Kenntnisse. Der Kern der Wissenschaft, die Metaphysik, bedarf einer wissenschaftlichen Grundlegung, der Kritik der Vernunft, die die folgende Einteilung der Wissenschaft begründet:

Wissenschaft = System (keine bloße Ansammlung) der Erkenntnisse
Nach Art der Begründunga priori (rationale Erkenntnisse): reine Wissenschaftena posteriori (historische Erkenntnisse): empirische Naturwissenschaften
Nach Erkenntnisartdiskursiv (=nach Begriffen)intuitiv (=nach Anschauungen)
Nach eingesetztem VermögenVernunft: MetaphysikVerstand: reine NaturwissenschaftSinnlichkeit: reine Mathematik
äußere Sinne: rationale Physikinnerer Sinn: rationale Psychologie

Vernunftkritik

Die (Vor-) Wissenschaft der Kritik prüft die menschliche Vernunft als Erkenntnisvermögen und hebt ihre Fähigkeiten und Grenzen hervor. Somit bildet sie die Grundlage, auf der jede andere Einzelwissenschaft einschließlich der Metaphysik basiert.

Philosophie

Die Philosophie ist als Wissenschaft das System der Vernunfterkenntnisse aus bloßen Begriffen und besteht aus Metaphysik, Moral, Religion und Anthropologie. Sie ist schulgerecht und dogmatisch — da sie jedoch die Vernunft nur in dem Rahmen, den die Kritik ihr zuerkannt hat, einsetzt, verfällt sie in keinen Dogmatismus.

Der innere, absolute Wert der Philosophie liegt nicht in diesen Erkenntnissen selbst, sondern in der Fertigkeit, sie in Beziehung auf den Endzweck der menschlichen Vernunft zu setzen.


Die Seiten über Kant 9. 4. 2009 bearbeitet
© Francesc Hervada-Sala