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Philosophisches Lesen > Kant

Immanuel Kant (1724-1804)

Principiorum primorum cognitionis metaphysicae nova dilucidatio (1755,2) heraus

Stand: Vorbereitender Durchgang der Spezifikation zwischen September und Oktober 2003 durchgeführt.

1755 (31) Disputation (Erlangung der venia legendi). 32 S.
Originaltitel: Principiorum primorum cognitionis metaphysicae nova dilucidatio quam consensu amplissimae facultatis philosophicae dissertatione publica in auditorio phil. die 27. Septembr. horis VIII-XII habenda pro receptione in eandem defendet M. Immanuel Kant, Regiom. respondente Christophoro Abrahamo Borchard, Heiligenb. Bor. S.S. theol. cultore, opponentibus Johanne Godofredo Möller, Reg. S.S. theol. stud. Friderico Henrico Samuele Lysio, Regiom. I.U.C. et Johanne Reinholdo Grube, Reg. I.U.C. anno MDCC LV Regiomonti, typis sacr. maiest. et univ. typogr. I. H. Hartungii
[Titel, 38 S.]
Katalog-Nr. Adickes: 0022 / Warda: 009
Akademie-Ausgabe Bd. I: 385-416 Im Bonner-Korpus (Korpora.org) lesen
Kategorie: Disputationen
Quelle: Immanuel Kant Information Online

Inhalt

13 Grundsätze aller Erkenntnis.

Metaphysische Untersuchung, in der die Grundsätze aller Erkenntnis aufgestellt werden. Die 13 Sätze, die eine feste Basis für den weiteren Ausbau der Metaphysik darstellen sollen, handeln von dem Widerspruch, dem bestimmenden Grund, der Aufeinanderfolge (Bewegung von Substanzen und Zeit) und dem Zugleichsein.

Gliederung (Übersicht)

Neue Erhellung der ersten Grundsätze metaphysischer Erkenntnis103 S.
Plan des Vorhabens2 S.
Erster Abschnitt: Vom Satz des Widerspruchs14 S.
Zweiter Abschnitt: Vom Satz des bestimmenden, gemeinhin zureichend genannten Grundes66 S.
Dritter Abshnitt: Zwei Grundsätze der metaphysischen Erkenntnis werden dargelegt, die sehr fruchtbar an Folgen sind und aus dem Satz des bestimmenden Grundes fliessen21 S.
Quelle: Immanuel Kant. Werke in sechs Bänden. Hg. Weischedel. WBG, Darmstadt, 1983. Bd. I, S. 405-509

Aus dem Buch

Zitiert nach der deutschen Übersetzung in: Immanuel Kant, Werke in sechs Bänden. Hg. Weischedel. WBG, Darmstadt, 1983. Bd. I.

Übersetzung des Titels:

Neue Erhellung der ersten Grundsätze metaphysischer Erkenntnis, die mit Zustimmung der hohansehnlichen philosophischen Fakultät zur Aufnahme in dieselbe in öffentlich statfindender Erörterung im phil. Hörsaal, am 27. September von 8-12 Uhr, verteidigen wird Magister Immanuel Kant, aus Königsberg. Respondent: Christoph Abraham Borchard, aus Heiligenbeil in Preussen, der Hl. Theologie beflissener. Opponenten: Johann Gottfried Möller, aus Königsberg, Student der Hl. Theologie, Friedrich Heinrich Samuel Lysius, aus Königsberg, Kandidat beider Rechte, und Johann Reinhold Grube, aus Königsberg, Kandidat beider Rechte. Im Jahre 1755

1. Satz: einen einzigen ersten Grundsatz gibt es nicht.

2. Satz: es gibt 2 erste Grundsätze: a) Alles, was ist, ist und b) Alles, was nicht ist, ist nicht.

Kant meint die Arte Combinatoria Leibnizens sei nichts als eine schöne Versprechung (S. 415 ff.).

5. Satz: nichts ist wahr ohne bestimmenden Grund (S. 429)

Demnach gibt es einen Gott und zwar einen einzigen, als den unbedingt notwendigen Grund aller Möglichkeit. (S. 435)

Der Satz des bestimmenden Grundes wird bewiesen.

7-seitiger Dialog zwischen Caius („als dem Verteidiger einer Gleichgültigkeit wie beim Gleichgewicht”) und Titius („als dem Vertreter des bestimmenden Grundes”), S. 456 ff.

Man sagt, es liege kein Grund vor, warum Gott zwei Substanzen verschiedene Örter angewiesen haben sollte, wenn sie in allem anderen vollkommen übereinstimmten. Welcher Unsinn! Ich wundere mich, daß ernsthafte Männer sich mit solchem Spielwerk von Gründen vergnügen können. (S. 485)
Und darum ist es nicht ungereimt, daß es auch im metaphysischen Sinn mehrere Welten geben könnte, wenn es Gott so gefallen hätte. (S. 503)
Hier sind mithin, geneigter Leser, zwei Grundsätze einer tieferen metaphysischen Erkenntnis, mit deren Hilfe man wohl im Felde der Wahrheiten nicht unbeachtliche Macht erlangen kann. (S. 507)

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Diese Rubrik 9. 4. 2009 bearbeitet
© Francesc Hervada-Sala